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Thermenstadt im Naturpark Altmühltal

Prädikat: Umweltschule in Europa 2006

Zum fünften Mal: Umweltschule in Europa

Bereits viermal in den letzten Jahren wurde der Grundschule Treuchtlingen für ihre verschiedenen Umweltaktivitäten das Prädikat „Umweltschule in Europa“ verliehen.

Zugrunde lag eine Ausschreibung der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung, die auch von beiden Bayerischen Staatsministerien für Unterricht und Kultus und für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz übernommen und den Schulen zugestellt wurde. Es geht darum, dass die Schulen ihre Entwicklung in Sachen Umweltbildung aufzeigen, möglichst an zwei ausgewählten Projekten, die in Wort und Bild ausführlich dargestellt werden sollen. Inzwischen beteiligen sich europaweit 25 Länder an dieser Aktion, die seit 2006 auch auf außereuropäische Länder ausgeweitet wurde.

Am Montag konnte nun Bayerns Umweltstaatssekretär Dr. Otmar Bernhard im Thomas-Mann- Gymnasium in München 51 bayerische Schulen mit dem Titel „Umweltschule in Europa“ auszeichnen, wobei die Auszeichnung aufgrund der neuen Gegebenheiten um die Würdigung  „Internationale Agenda-21-Schule“ erweitert wurde. Als einziger Schule aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen wurde der Grundschule Treuchtlingen dieser Titel zuerkannt,  nun schon zum fünften Mal hintereinander.

Bedeutsamer Preis für die Grundschule Treuchtlingen
Nachhaltige Umweltbildung lobend hervorgehoben

„Es gibt nichts Gutes außer man tut es!“ Mit diesem Zitat von Erich Kästner wies der Staatssekretär in seiner Laudatio darauf hin, dass vielfältige Aktivitäten der einzelnen Schulen nötig waren, bevor das Prädikat vergeben werden konnte. Er begrüßte die große Spannweite der Projekte, die vom Energiesparen über Pflanzungsaktivitäten und Schulgärten bis hin zur Pausengestaltung und Gesundheitserziehung reichten. Er betonte dabei, dass Umweltbildung eine echte Investition in die Zukunft ist: „Nur wer unsere Natur und Umwelt in ihren komplexen Zusammenhängen versteht, schätzt und schützt sie auch.“ Dr. Bernhard begrüßte auch die zunehmende Anzahl der beteiligten Schulen als einen Trend in die richtige Richtung, „denn Umweltbildung fördert Verständnis, Achtung und sorgsamen Umgang mit der Natur bereits von klein auf.“ Er zeigte sich begeistert über die vorgestellten Projekte und nahm sich auch die Zeit, sich die Ausstellung genau zu betrachten und jeden Preisträger entsprechend zu würdigen.

Der Landeskoordinator Bayern der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung, Klaus Hübner, gleichzeitig Landesvorsitzender für den Vogelschutz, würdigte ebenfalls die großartigen Projekte, machte aber deutlich, dass im Verlauf der letzten Jahre neue Schwerpunkte ins Blickfeld gerückt sind. „Umweltbildung hat sich zunehmend zu einem Bestandteil der Bildung für nachhaltige Entwicklung gewandelt.“ Damit wird sie als übergreifende Orientierung für Bildung und Erziehung anerkannt. Das bedeutet, dass in Zukunft die „nachhaltige Entwicklung“ im Mittelpunkt der Ausschreibung stehen, „denn neben Umweltaspekten müssen globale Aspekte eine stärkere Berücksichtigung finden,“ so Hübner. „Schulen, die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung besonders fördern, sollen eine Anerkennung in Form eines Qualitätszertifikates erhalten.“

Die Grundschule Treuchtlingen hat diesem Aspekt bereits in diesem und auch im letzten Jahr verstärkt Rechnung getragen. So wurde der Umweltkalender der Grundschule, der von Konrektor Herbert Brumm in Zusammenarbeit mit vielen Mitgliedern des Lehrerkollegiums für das vergangene Schuljahr gestaltet wurde, zu einem Musterbeispiel zum Thema Nachhaltigkeit in der Umweltbildung. Schon zweimal wurde diese Dokumentation der Treuchtlinger Grundschule von Landeskoordinator Hübner als besonders auffälliges Beispiel für Konzepte zur nachhaltigen Bildung an den “Umweltvater“ Prof. Dr. de Haan nach Berlin geschickt.

In diesem Kalender wurde mit vielen Bildern  aus der Projektarbeit oder auch aus dem Unterrichtsgeschehen ebenso wie mit Berichten von Schülern und Lehrkräften eine Vielzahl von Aktionen vorgestellt, die in dieser Schule mit dem Ziel einer nachhaltigen Bildung im Sinne der Agenda 21 abgelaufen sind. Da wird über die Umweltprojekte berichtet, die schon seit vielen Jahren laufen und ständig erweitert werden, wie zum Beispiel über die Auwaldaktionen in Zusammenarbeit mit dem Umweltzentrum der Stadt Treuchtlingen und dem Wasserwirtschaftsamt Ansbach, über die Ausgestaltung eines Lehrpfades und die Herstellung eines Bestimmungsbuches, über die sich ständig erweiternden Aktivitäten rund um die Streuobstwiese bis hin zu Baumschneidekursen, Dörräpfeln und Apfelsaft  in Zusammenarbeit mit dem Obst- und Gartenbauverein und dem Landschaftspflegeverband; auch über die Naturerlebnistage, die ohne Unterstützung der Stadt Treuchtlingen, des Umweltzentrums und verschiedener Sponsoren gar nicht finanzierbar wären. Breiten Raum nehmen auch die zahlreichen Aktivitäten zur breit angelegten Konzeption zum  Thema Gesundheit ein, beginnend bei den Informationen zur gesunden Ernährung über die vom Umweltministerien unterstützten Aktivitäten des Umweltzentrums, das vom LIONS-Club und vom Förderverein finanzierte Projekt der Klasse 2000, in dem vor allem die psychische und soziale Gesund im Blickfeld stehen, dazu auch das von der LBS geförderte Thema „FAUSTLOS“ oder  die Ausbildung von Schulsanitätern in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz. Natürlich wird auch ausführlich über die zahlreichen Aktivitäten im Zusammenhang mit der Partnerschaft mit den Waisenhäusern in Tinderet in West-Kenia berichtet, die dem globalen Gedanken der einen Welt in vorbildlicher Weise Rechnung trägt. Das neue Projekt einer Comenius Partnerschaft mit Schulen in Rumänien und der Türkei, in dem es ebenfalls um Natur und Umwelt geht, wird in seinen Anfängen dargestellt.

So entstand ein Umweltjahreskalender der Grundschule Treuchtlingen, der von der Jury als beispielhaft angesehen und auch von anderen Schulen bewundert wurde. Zumindest kamen bei der Vorstellung der prämierten Projekte, zu der die Preisträger-Schulen ins Münchner Thomas-Mann-Gymnasium eingeladen wurden, viele Kolleginnen und Kollegen auf Rektor Wagner und Konrektor Brumm als Treuchtlinger Vertreter zu, um sich Informationen und Hinweise bezüglich des Kalenders und die dahinter steckende Arbeit in den Klassen zu holen. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass es sich hierbei nicht um einmalige Vorzeigeprojekte handelt, sondern dass nachhaltige Umweltbildung im alltäglichen Unterricht stattfindet, was natürlich auch viele Kolleginnen und Kollegen zusätzlich motiviert.

Erstmals bei dieser Auszeichnung gab es in diesem Jahr einen weiteren Aspekt: eine besondere Zertifizierung. Internationale Agenda – 21 – Schulen, die Lehrkräfte haben, welche Themen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung im Projekt realisieren, sich kontinuierlich mit der Weiterentwicklung beschäftigen, mit außerschulischen   Partnern zusammenarbeiten und ihre Projekte dokumentieren, bekommen einen Stern. Wer diese Arbeit in Teams erledigt, einen kontinuierlichen Nachhaltungsprozess begonnen hat, die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern intensiviert und dazu fächerübergreifend arbeitet, bekommt ein Zertifikat mit zwei Sternen.


Schulen aber, die ihre Bildung für nachhaltige Entwicklung systematisch in Lehrplan und Schulleben integrieren, die Nachhaltigkeit durch entsprechende Schwerpunktsetzung im Schulprogramm verankern, in schulübergreifenden Netzwerken arbeiten, Konzepte der fächerübergreifenden und fächerverbindenden Lernens favorisieren und im Unterricht praktizieren und ihre Kompetenzen an andere weitergeben, werden mit drei Sternen zertifiziert. Die Grundschule Treuchtlingen ist eine der ganz wenigen Schulen, die „für das besondere Engagement zur nachhaltigen Verbesserung der Schulumwelt“, wie es auf der Urkunde steht, mit drei Sternen ausgezeichnet wurde.