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Thermenstadt im Naturpark AltmĂĽhltal

Projekttreffen in Treuchtlingen
Eine Woche voller Höhepunkte

Als vier Lehrkräfte aus dem rumänischen Deva zusammen mit drei Schülern der dortigen Scuala Europeana Andreij Saguna und drei türkische Lehrkräfte aus Aksaray sich am Samstag von ihren Treuchtlinger Gastgebern verabschiedeten und ihre lange Heimreise antraten, da rannen einige verstohlene Tränen über die Gesichter.

Gemeinsam hatte man beim Partnerschaftstreffen im Rahmen des Comenius-Projektes „ Die Natur, unser Freund“ eine Woche voller Höhepunkte erlebt. Die Freundschaft, die sich in der bisher zweijährigen Zusammenarbeit der Schulen entwickelt hat, hatte neue Nahrung erhalten und wurde weiter ausgebaut.

Das größte „Highlight“ aus Sicht der Treuchtlinger Grundschüler war sicherlich der Projekttag am Mittwoch. Nach der Pause versammelten sich rund 300 Kinder aus 12 Klassen in der Aula der Grundschule und bewunderten das einzigartige Büffet, das hier aufgebaut war. Hier sah man Obstsalat, Fruchtquark, Pflaumenpfannkuchen, Apfelbrote, Pflaumenkuchen, Walnussschnitten, gefüllte Feigen, Apfelmus, Apfelwaffeln und viele weitere Delikatessen, die die Kinder vorher im Unterricht zubereitet hatten – mit Hilfe der türkischen, rumänischen und deutschen Lehrkräfte, aber auch mit Unterstützung einiger Eltern.

Die Rezepte für diese wunderbaren und meist sehr gesundheitsbewusst zubereiteten Gerichte stammten aus dem Rezeptbuch, das als Ergebnis der letztjährigen Projektarbeit der drei Schulen entstanden war. Es ist das Ziel dieser Bildungsprojekte der EU, dass am Ende ein Produkt entsteht, mit dem alle Beteiligten etwas anfangen können. Das Produkt Rezeptbuch wurde von den Partnerschulen vorgestellt und erntete sehr viel Beifall – wegen des prächtigen Inhalts und wegen der tollen Gestaltung.

Die Kinder waren natürlich sehr erpicht, nach den Einführungsworten von Rektor Claus Wagner die von ihnen produzierten Spezialitäten auch zu probieren. Tatsächlich bekamen alle etwas ab, auch wenn nicht jeder alles probieren konnte. „Die Feigen mit Walnüssen schmecken ganz toll“, so konnte man eine Aussage vernehmen, aber auch ein „ die Apfelwaffeln sind spitze“ konnte man vernehmen. Eigentlich waren alle begeistert von dem, was sie zu essen bekamen. Mindestens genauso wichtig aber war die Arbeit vorher, die Zubereitung der Gerichte. Begeistert berichteten die Kinder der Reporterin von Radio 8, wie wunderbar ihnen das Kochen gefallen hatte.

Doch auch ĂĽber diesen Projekttag hinaus, hatten viele GrundschĂĽler eine ganze Reihe unvergesslicher Erlebnisse mit diesem Comenius-Projekt.

Als etwa der rumänische Lehrer Ovidiu Mihot Musikunterricht in Dietfurt und Treuchtlingen hielt, waren die Kinder nicht mehr zu bremsen und machten begeistert mit – hier war ein musikalisches Genie am Werk, das man in Treuchtlingen immer gebrauchen könnte.

Auch der Kunstunterricht des Türkischlehrers Zülfikar Cakmak begeisterte die Kinder in Schambach und Treuchtlingen; jeder wollte mit der neu erlernten Technik ein wunderbares Bild gestalten. Tatsächlich entstanden herrliche Kunstwerke, die die Kinder voller Stolz präsentieren konnten.

Ein weiterer Höhepunkt fiel leider dem ausgerechnet an diesem Tag schlechtem Wetter zu Opfer. Man hatte nämlich geplant, mit ca. 75 Kindern aus den dritten vierten Klassen einen nachmittäglichen Ausflug ins Walderlebniszentrum nach Schernfeld zu machen, wo ein pädagogischer Parcours auf die Kinder wartete. Alles hätte prächtig in das gemeinsame Programm gepasst; die Kinder hatten sich alle freiwillig für den Nachmittag gemeldet, Lehrkräfte standen als Begleitpersonen in ausreichender Anzahl zur Verfügung, Studenten der Uni Eichstätt hatten sich bereit erklärt, die Stationen zu betreuen – nur Petrus spielte nicht mit. Da aber dieser Programmpunkt sehr gut in den Projektzusammenhang passt, soll er im Laufe des Schuljahres nachgeholt werden; dann halt ohne ausländische Lehrkräfte.

Unterricht von Lehrkräften aus einem anderen Land mitzuerleben und anschließend zu besprechen, das gehörte zu den wesentlichen Aufgaben dieses europäischen Bildungsprojektes. Darüber hinaus aber wurde viel Zeit darauf verwendet, gemeinsame Arbeit zu planen.

Nachdem im ersten Jahr ein gemeinsames Memory-Spiel und im zweiten Jahr das gemeinsame Rezeptbuch geschaffen wurde, lag der Schwerpunkt in diesem Jahr auf einer Ideensammlung zur Umgestaltung der Pausenhöfe, zu umweltfreundlichen und kindgerechten Aktionsräumen. Mit diesem Thema werden sich zahlreiche Klassen in den drei Ländern in den nächsten Monaten beschäftigen.

In Deva und in Aksaray sind dabei schon einige Veränderungen in Richtung „grüner Pausenhof“ erfolgt; in Treuchtlingen möchte man die Gelegenheit nützen, im Rahmen der Schulhaussanierung entsprechende Veränderungen zu bewirken und Ideen und Wünsche der Kinder zu verwirklichen. Für die Lehrkräfte der drei beteiligten Schulen gab es neben den unterrichtlichen Aktivitäten und den gemeinsamen Planungen noch eine ganze Reihe von weiteren Höhepunkten.

Ganz besonders begeistert waren alle Beteiligten von dem herzlichen Empfang, den ihnen Bürgermeister Werner Baum im Namen der Stadt Treuchtlingen gewährte. Er gab seiner großen Freude Ausdruck, dass hier ein wesentlicher Beitrag geleistet werde, um Europa nicht nur auf dem Papier oder in den Köpfen der Politiker entstehen zu lassen, sondern vor allem auch in den Herzen der Menschen und speziell der Kinder. Sie werden durch solche Projekte von dem Auftrag beseelt, die Freundschaft der Menschen und damit auch den Frieden in der Welt weiter zu tragen in die Zukunft. Bürgermeister Baum stellte seine Stadt vor und wartete dabei geduldig, bis alle Übersetzer aktiv geworden waren und so jeder Beteiligte auch alles verstand. Hierbei wurde deutlich, dass eine herzliche Freundschaft auch dann entstehen kann, wenn es sprachliche Barrieren gibt und nicht jeder jeden auf Anhieb versteht. Gemeinsam ist ein Leichtes, solche Probleme zu meistern. Die Gäste bedankten sich bei Bürgermeister Baum für den warmherzigen Empfang, gaben ihre positiven Eindrücke zu diesem Projekt wieder, drückten ihre Hoffnung auf eine lange über das offizielle Projektende hinaus dauernde Freundschaft aus und übergaben Geschenke aus ihren Gemeinden – im Namen ihrer Bürgermeister. Sie betonten dabei, dass die Stadtoberen überall eine eindeutige Zustimmung zu dem Projekt signalisiert hatten, so wie es auch in Treuchtlingen der Fall war.

Bürgermeister Baum übergab an die drei Schulen einen in Handarbeit gefertigten Erinnerungsteller an die dreijährige Zusammenarbeit im Namen des tschechischen Pädagogen Johann Comenius. Er lobte dabei auch besonders die Grundschule Treuchtlingen, allen voran Rektor Wagner und Projektleiterin Marion Kremer, die sich mit enormem Aufwand und großartigem Engagement um dieses europäische Miteinander verdient gemacht hätten. Dabei wies er darauf hin, dass die Grundschule nach Abschluss dieses Programms ein weiteres Comenius-Projekt geplant hat, an dem dann auch die Partnerstadt Ponsacco/Toscana beteiligt sein soll. Er lud im Namen der Treuchtlinger Schulleitung die bisherigen Partner zur weiteren Zusammenarbeit ein. Über den Unterricht, die Projektplanung und den offiziellen Empfang hinaus hatten die Treuchtlinger Gastgeber ein „Rund-um-die-Uhr-Programm“ zusammengestellt, denn schließlich sollten die von weit angereisten Gäste auch etwas über die Infrastruktur und die Geschichte unserer Region erfahren.

So durften sie in intensiven Führungen das Schloss, das Infozentrum und die Burg in Treuchtlingen erleben, die Wülzburg und das römische sowie das mittelalterliche Weißenburg besuchen, in Nördlingen geologische Erkenntnisse im Rieskratermuseum gewinnen und schließlich die Stadt Nürnberg oberirdisch und unterirdisch kennenlernen. Die vielen Eindrücke wurden dann bei vielen gemeinsamen Gesprächen und beim Genuss lokaler Spezialitäten vertieft. Die Äußerungen aller Beteiligten zu dieser Begegnungswoche waren sehr positiv; die Gäste waren regelrecht begeistert von dem, was ihnen in Treuchtlingen angeboten wurde.

Dass dies so prächtig gelaufen ist, dazu haben viele Personen beigetragen, zahlreiche Lehrkräfte der Grundschule mit ihrer hohen Motivation und ihrem unermüdlichen Einsatz, viele Kinder der Schule mit ihren Aktivitäten, aber auch viele Eltern mit ihrer hilfreichen Unterstützung, z.B. bei der Unterbringung der Kinder oder bei der Zubereitung der Speisen und bei der Stadt Treuchtlingen und beim Burgverein. Ohne diese wunderbare Zusammenarbeit wäre es sehr schwierig geworden, die gesteckten Ziele zu verwirklichen, weshalb sich die Schulleitung auch auf diesem Wege ganz herzlich bei allen Beteiligten bedanken möchte.

Jedes dieser europäischen Bildungsprojekte ist ein Schritt auf dem Weg zum vereinten Europa, der nur verwirklicht werden kann, wenn er in den Begegnungen der Menschen verwirklicht wird.

Das Comenius-Projekt der Grundschule Treuchtlingen endet nach Ablauf dieses Schuljahres; das letzte Treffen der Partner findet im Mai 2009 im türkischen Aksaray statt. Die positiven Ergebnisse aber haben die Schulleitung und das Lehrerkollegium veranlasst, trotz des großen zusätzlichen Aufwandes ein weiteres Projekt mit neuen – und vielleicht zusätzlich auch den alten – Partnern ins Auge zu fassen, in dem das Thema Gesundheit als Zukunftsperspektive junger Menschen im Mittelpunkt steht. Diese Projekt soll dann im nächsten Schuljahr starten.

Montag

BegrĂĽĂźung
BegrĂĽĂźungslied
Unterricht
Auf den Spuren der Römer
WĂĽlzburg
 

Dienstag

Musikunterricht
Besuch im Rathaus
vor dem Rathaus
 

Mittwoch

Picknick in der Aula
Interview mit Radio 8
in Solnhofen
herzlicher Empfang in der Moschee

Donnerstag

Unterricht in Treuchtlingen
Unterricht in Schambach
Besuch in Nördlingen
Abschlussabend

Freitag

Verschiedene Aktivitäten in Nürnberg

Samstag

Abschied
Abschied