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Thermenstadt im Naturpark AltmĂŒhltal

Funktionen des "Auwaldprojektes"

Zum einen dient er dem Arten- und Biotopschutz. Er ist ein Lebensraum fĂŒr eine Vielzahl seltener und bedrohter Arten der Flora und Fauna. Nicht nur die Tierwelt der GewĂ€sser findet in diesem Gebiet einen Raum zum Laichen und zur Aufzucht des Nachwuchses, auch eine Vielzahl kleiner SĂ€ugetiere und Vögel finden im Auwald einen Gunstraum.

Diesen Lebensraum nĂ€her kennen zu lernen war eine gemeinsame Aufgabe der SchĂŒler der Umweltgruppe aus der Schule Wettelsheim. Verschiedene BĂŒcher und Materialien wurden in mehreren Gruppen durchforstet nach typischen Pflanzen und Tieren des Auwaldes. Begeistert zeichneten sie die entsprechenden Tiere und Pflanzen und schrieben eigene Texte dazu. Nachdem das Wasserwirtschaftsamt diese Zeichnungen sah, waren die zustĂ€ndigen Mitarbeiter bis in die FĂŒhrungsebenen so angetan, dass sie diese Zeichnungen in ein Schautafelkonzept integrierten.

Kurz vor Weihnachten entstand dann die Idee eine Powerpoint-PrĂ€sentation "Kinder sehen den Lebensraum Auwald" zu gestalten, die zum einen ein Weihnachtsgeschenk der SchĂŒler an die Eltern sein sollte, zum anderen aber auch AufklĂ€rungsarbeit ĂŒber Sinn und Zweck eines Auwaldes leisten sollte. Zu diesem Zweck wurde die CD an verschiedene Interessenten geschickt. (Feedback Brief Umweltminister Dr. Schnappauf, Brief Landtagsabgeordnete Frau Naaß, Brief Eltern, Brief Wasserwirtschaftsamt) Die Kinder sollten hiermit auch vermittelt bekommen ein StĂŒck Öffentlichkeitsarbeit zu leisten und damit ein in der Bevölkerung zwiegespalten aufgenommenes Projekt durch AufklĂ€rung und Gestaltung zu mehr Akzeptanz zu fĂŒhren. Im Sinne der Agenda 21 eine konstruktiv-kreative Aufgabe, in der SchĂŒler in ihrer Selbstkompetenz sich in die Öffentlichkeit begeben.

Neue Medien sollten hier mit der Umweltschutzarbeit in sinnvoller Weise verknĂŒpft werden . Ein Auszug wurde ebenfalls in unserer Homepage prĂ€sentiert , um noch mehr MitbĂŒrgern das Auwaldkonzept nĂ€her zu bringen. Eine weitere wichtige Funktion des Auwaldes wurde gerade nach dem Katastrophensommer 2002 klar. Die Aufgabe eines natĂŒrlichen Hochwasserschutzes. Bei Hochwasser wird das Wasser im Boden, dem Wurzelwerk der Pflanzen und auch der spezifischen Vegetation selbst gespeichert und erst nach und nach wieder abgegeben. Das Auegebiet dient damit als RetentionsflĂ€che, wodurch Abflussspitzen verringert, Hochwasser verhindert, aber auch extreme Hochwassersituationen entschĂ€rft werden können. Durch die Renaturierung der AltmĂŒhl in diesem Bereich sollte nach der Begradigung mit ihren ökologischen Negativfolgen nun der ursprĂŒngliche Zustand durch das Wasserwirtschaftsamt wiederhergestellt werden. Nach der Idee durch das Infozentrum Treuchtlingen , die die Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt vermittelte und anregte, wurde nach einigen GesprĂ€che mit den Leitern dieses Projektes schnell klar, welche Chance fĂŒr die Umweltbildung sich hier an einer Schule anbieten wĂŒrde. Die Kinder lernen nicht nur einen Lebensraum aus biologischer und naturschĂŒtzerischer Sicht kennen. Sie gestalten sogar aktiv durch Pflanzungen einen bedrohten Lebensraum mit. Einen Lebensraum, den sie in seiner vollen Ausbreitung, aber erst als junge Erwachsene erleben werden. Dennoch haben sie durch die freudvolle und kreative Arbeit bei Pflanzung und Gestaltung dieses Lebensraumes einen positiven Zugang gefunden, der hoffentlich auch so bestehen bleibt. Gestalten fĂŒr die Zukunft war hier unser Motto.

Auf der anderen Seite konnten die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler auf diese Weise auch einmal erfahren, etwas Bedrohtes durch Mitgestaltung zu schĂŒtzen. So erlebten sie keine KatastrophenpĂ€dagogik in bezug auf negativbesetzte Umweltthemen, sondern sie erlebten kreativen und konstruktiven Umweltschutz. Zum GlĂŒck erfuhren die Kinder aber auch ĂŒber das Wasserwirtschaftsamt ( und andere politische TrĂ€ger) sehr guten Zuspruch und VerstĂ€rkung, so dass auch ihre Selbstkompetenz nachhaltig gestĂ€rkt wurde. So wurde der Besuch der bay. Landtagsabgeordneten Frau Naaß bei der Umweltgruppe Wettelsheim zum Anlass genommen nicht nur einen Rundgang durch die verschiedenen Bereiche des Auwaldes durchzufĂŒhren, sondern zwei SchĂŒler hielten mit einem Notebook einen Vortrag mit PowerpointprĂ€sentation ĂŒber den Auwald und erklĂ€rten der Abgeordneten ökologische ZusammenhĂ€nge und die Intensionen des Naturschutzes bei diesem Projekt.

Pflanzung von 150 StrĂ€uchern und BĂŒschen zur Erweiterung des Auwaldbereiches

Am 1.April und am 8. April 2003 wurde mit insgesamt 42 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der Schule Wettelsheim ĂŒber 150 typische StrĂ€ucher und BĂ€ume des Auwaldes als eine Initialpflanzung durchgefĂŒhrt. Das Material wurde großzĂŒgig vom Wasserwirtschaftsamt gestellt.

Die Kinder lernten Wurzeln vor der Pflanzung zuzuschneiden,
Pflanzlöcher auszuheben,
richtig zu wÀssern und einen BewÀsserungsring anzulegen.

Pflanzung von 40 Wasserpflanzen innerhalb des Röhrichtbereiches

(Fieberklee, Tannenwedel, gelbe Iris, Krebsscheren) als Initialpflanzung, wobei ein Teil der Arten aus der Roten Liste stammten und wir so auch dem Artenschutz innerhalb der Flora etwas gerecht werden wollten..


Pflegemaßnahmen

NatĂŒrlich gehören auch verschiedene verantwortungsbewusste Arbeitstechniken zu diesem Bereich, wie Vorziehen von Weidenstecklingen, eintreiben der Stecklinge in den Boden der GewĂ€sserzone und regelmĂ€ĂŸiges angießen und freischneiden der Stecklingen)

Die Weidenstecklinge treiben beim Vorziehen aus.
Vorsichtiges Einschlagen der Stecklinge in die Feuchtigkeitszone
Weidenstecklinge vor dem Austrieb
Ausgetriebener Weidensteckling

Konzeption eines Amphitheater
DurchfĂŒhrung durch das Wasserwirtschaftsamt.

Die SchĂŒler wollten PlĂ€tze zum Ruhen und Ablegen ihrer Utensilien. Nach GesprĂ€chen mit dem Wasserwirtschaftsamt, die zunĂ€chst RastbĂ€nke bauen wollten, wurde eine Lösung aus der Schulhofgestaltung des Wettelsheimer Schulhauses ĂŒbernommen und in dieser Form zu einem grĂŒnen Klassenzimmer erweitert. Das Wasserwirtschaftsamt hatte nĂ€mlich einige gefĂ€llte Pappeln und musste sie „entsorgen“. Sie wurden auf 90cm Höhe abgeschnitten und arrangierte sie entsprechend den WĂŒnschen der Schule. Inzwischen wird aber der Platz auch gerne von Radtouristen, als gemĂŒtliche Rastmöglichkeit genutzt, da hier der Radwanderweg Gunzenhausen-Treuchtlingen vorbei fĂŒhrt .