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Thermenstadt im Naturpark AltmĂĽhltal

Projekt Streuobstwiese
Projektbeschreibung

Projektbeschreibung

1. Einleitung

Die mittelfränkische Kulturlandschaft war früher stark geprägt durch eine artenreichen Streuobstbestand. Durch die Flurbereinigung und viele regionalplanerischen Baumaßnahmen ging der Bestand in Mittelfranken stark zurück. Im Rahmen der Verbesserung der tierischen und pflanzlichen Artenvielfalt und der Stärkung der regionalen Vermarktung, auch innerhalb des Agenda – Prozesses, wurde dieser Bereich als Handlungsfeld an unserer Schule ausgewählt.

Schwerpunkt des Streuobstwiesenprojektes ist konkretes Handeln, d.h. dass alles Tun vor den Informationen steht. Die Kinder sollen ihre Umwelt erleben und ihr direkt begegnen. Im Sinne einer schĂĽlerorientierten Umwelterziehung kann nur das mit Engagement geschĂĽtzt werden, was uns als liebens- und schĂĽtzenswert begegnet ist.

Die Apfelprojektkiste des LBV ist eine von zahlreichen Möglichkeiten den Kindern über vielseitige Spiele und Beobachtungstipps diesen Lebensraum näher zu bringen.

Ziel ist es, nicht nur die Streuobstwiese, als neuen Lebensraum kennen zu lernen, sondern auch eine neue Wertschätzung im Hinblick auf ihre Nutzung. So erleben die Schüler die verschiedene Verarbeitungsmöglichkeiten im Sinne der regionalen Vermarktung, als Teil einer besseren ökologischen Gesamtbilanz.

Erfahrungen wurden schon im Schulort Wettelsheim der Grundschule Treuchtlingen gesammelt, da hier schon vor eine Streuobstwiese angelegt wurde. Innerhalb der Schule wurde im Sinne der Nachhaltigkeit, als einem der obersten Prinzipien der Umweltbildung, entschieden diesen Bereich auszuweiten.. Das heiĂźt, es sollte nicht ein vollkommen neuer Themenbereich angepackt werden, sondern die Erfahrungen aus dem Schulort Wettelsheim genutzt und ĂĽbertragen werden auf den Schulort Dietfurt und Schambach. Nichtsdestotrotz sollte dieses Projekt in Wettelsheim weiter ausgebaut und intensiviert werden.

2. Beschreibung des Vorhabens

Im Rahmen der Agenda 21 soll diesem Bereich durch die Anlage mindestens einer Streuobstwiese an einem unserer Schulorte Rechnung getragen werden.

Neben kennen lernen und erfahren dieses Lebensraumes, sollen eine Pflanzaktion einheimischer Obstbaumsorten mit dem Landschaftspflegeverband durchgeführt werden. In Wettelsheim wurde in Absprache mit der Stadt neue Obstbäume hinter der Schule gepflanzt, nachdem durch Baumaßnahmen der alte Bestand gefällt werden musste. In dieser Aktion wünschten sich die Kinder von der Stadt Treuchtlingen einen ausgewogenen Bestand (Apfel, Birne, Zwetschge und Kirsche). Die Stadt ging auf die Wünsche der Schülerinnen und Schüler ein und unterstützte die Pflanzaktion mit der Hilfe der städtischen Gärtner. In einer Projektwoche im Herbst wurde nach der gemeinsamen Ernte selbst Apfelsaft hergestellt und verschiedene Verwendungsmöglichkeiten kennen gelernt (Trockenobst, Obstkuchenbacken, etc.)

Der Gartenbauverein Wettelsheim unterstützte die Betreungsmaßnahmen der Schüler stets mit Rat und Tat. So führte Herr Görg einen Obstbaumschnittkurs für Schüler durch, um auch die nachhaltigen Pflegemaßnahmen den Kinder handlungsorientiert näher zu bringen. Mit viel Eifer wurde der alte Streuobstbestand der Wettelsheimer Schule „fachmännisch“ von den Schülern (unter Aufsicht des Gartenbauvereins) zugeschnitten.

Um die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten einheimischer Obstsorten besser kennen zu lernen entstand innerhalb des Schreibunterrichtes ein Kochbuch –„Rund um den Apfel“. Hier schrieben die Schüler mit viel Enthusiasmus 61 Rezepte mit Äpfeln auf ( wie Schweinebraten mit Apfelsauce, Lammfleischauflauf mit Äpfeln, Holundersorbet mit Äpfeln, etc.). Der Erlös ( 1200.-DM) aus dem Verkauf ging an ein Waisenhaus in Westkenia, das schon seit längerem von der Schule unterstützt wird. Eine Ausstellung im Rahmen der Jahressitzung der Gartenbauvereine (einheimische Apfelsorten) musste aus organisatorischen Gründen an den Anfang des nächsten Schuljahres verlegt werden(10.Okt.), aber dafür wird die Präsentation im Schulhaus Wettelsheim stattfinden um den gemeinsamen Bezug für die Bevölkerung offenkundig zu machen. Hier werden Schüler, als Führer, die Ausstellung den Besuchern näher erläutern.

Des weiteren werden Schüler, die innerhalb des vergangenen Projektes „Streuobstwiese“ dabei waren, ihre Erfahrungen und ihr Wissen ,als Berater den anderen Klassen (z.B. in Dietfurt) zur Verfügung stellen- Aspekt “Schüler lernen von Schülern.

Dieses Projekt lief wie nachfolgend beschrieben ab. Nach ähnlichen Rahmenbedingungen sollen auch die zweite Streuobstwiese in Wettelsheim und die Anlage in Dietfurt entstehen.

3. Streuobstwiese der Grundschule Wettelsheim

3.1 Vorbereitung der Anlage der Streuobstwiese

  1. - Brief der 4. Klasse an den Bürgermeister zum Zwecke einer Zuteilung einer Fläche.
    - Brief an Herrn Fackler vom Landschaftspflegeverband.

  2. - Aussuchen des Standortes mit Vertretern der Schule der Stadtverwaltung und dem Ortssprecher.
    - hier: Lage im idyllischen Rohrrachtal, 1,5 km von der Schule entfernt (entspricht 10 – 15 Gehminuten)
    - 4 alte (vernachlässigte) Apfelbäume direkt daneben, die aber gute Äpfel bringen, dadurch kommen die Schüler schon im ersten Jahr zu einer Ernte und der langwierige Wachstumsprozess spielt nicht so eine große Rolle
    - mehrere Walnussbäume in der Nähe
    - eine Quelle mit eingefasstem Brunnen in 200m Entfernung (Wasser zum AngieĂźen) - geschĂĽtzte , abgeschlossene Lage

  3. Aussuchen der Baumsorten nach Geschmack, Lage, etc. durch die 4. Klasse anhand einer Tabelle des Landschaftspflegeverbandes.

  4. Beschaffung der Bäume durch den Landschaftspflegeverband. Vorbereitung des Geländes durch Ausbuschung. Der Schnitt wurde jedoch liegengelassen. Die Schüler der ersten und zweiten Klasse legen mit dem Grobschnitt einen Totholzhaufen an und „säubern“ die Streuobstwiese.

  5. SchĂĽler bringen Schubkarren, Spaten, Rechen und GieĂźkannen mit.

  6. Im Deutschunterricht wird eine Vorgangsbeschreibung zum Thema: Wir pflanzen einen Baum durchgenommen. Diese Berichte dienen als Grundlage fĂĽr die anderen Schulklasse, die ebenfalls eine Streuobstwiese anlegen wollen.

3.2 Gestaltung eines Projekttages

  1. Die 1. und 2. Klasse geht am Morgen zur Wiese um aufzuräumen. Grasschnitt wird auf einem Haufen zusammengetragen, die größeren Äste, des Ausschnittes der alten Bäume werden im unteren Bereich der Wiese als Totholzhaufen eingebracht.

  2. In der Pause gibt es Erfrischungen, die die örtliche Bank gespendet hat.

  3. Nach der Pause findet ein Wechsel statt, die „Kleinen“ gehen zurück zur Schule und die 3. und 4.Klassen bereiten sich zur Pflanzaktion vor.

  4. Unter Anleitung von Vertretern des Landschaftspflegeverbandes werden nun gemeinsam mit Schülern und Lehrern die Pflanzlöcher vorbereitet und die einzelnen Bäume gepflanzt. Eine Arbeitsgruppe ist damit beschäftigt ein Laufkette zum Brunnen einzurichten um Wasser zum Angießen zu bringen.

3.3 WeiterfĂĽhrung des Projektes

  1. Die 1. und 2. Klasse geht am Morgen zur Wiese um aufzuräumen. Grasschnitt wird auf einem Haufen zusammengetragen, die größeren Äste, des Ausschnittes der alten Bäume werden im unteren Bereich der Wiese als Totholzhaufen eingebracht.

  2. In der Pause gibt es Erfrischungen, die die örtliche Bank gespendet hat.

  3. Nach der Pause findet ein Wechsel statt, die „Kleinen“ gehen zurück zur Schule und die 3. und 4.Klassen bereiten sich zur Pflanzaktion vor.

  4. Unter Anleitung von Vertretern des Landschaftspflegeverbandes werden nun gemeinsam mit Schülern und Lehrern die Pflanzlöcher vorbereitet und die einzelnen Bäume gepflanzt. Eine Arbeitsgruppe ist damit beschäftigt ein Laufkette zum Brunnen einzurichten um Wasser zum Angießen zu bringen.

  5. Jede Klasse geht in den ersten Wochen je einmal fĂĽr eine Doppelstunde zur Streuobstwiese, um zu gieĂźen .

  6. Im Herbst ist zum ersten Mal eine Apfelernte Teil der AG Umwelt. Mit den Ă„pfeln wird gemeinsam in der Schule ein Apfelkuchen gebacken.

  7. Im Laufe des Winters werden Nistkästen in der Schule angefertigt - teilweise zusätzliche bereitgestellt von verschiedenen Vätern. Diese werden im darauffolgenden Jahr im alten Baumbestand der Streuobstwiese aufgestellt.

  8. Der Besuch der Streuobstwiesen ist bei Wandertagen schon obligatorisch. Verschiedene Tierbeobachtungen (Wildbienenschwarm), etc, wurden unternommen.

  9. Die Apfelprojektkiste des Landesbund fĂĽr Vogelschutz wird jedes Jahr im Herbst in Anspruch genommen um das Thema Apfel vielschichtig zu erarbeiten. Unter anderem wurde hiermit auch selbst Saft hergestellt.

  10. Bei der jährlichen Ernte wird zum Einen - der Renner – ein mexikanischer Apfelkuchen gebacken und zum Anderen in einem Korb der tägliche Pausenapfel angeboten. Die Kinder können sich von ihren selbstgepflückten Äpfeln jeden Tag einen Apfel in die Pause mitnehmen ( HSK: Gesunde Ernährung).

  11. Eine Ausstellung des Gartenbauvereins im Jahre 2000 wurde von den SchĂĽlern der Grundschule besucht. Ausgestellt wurden ĂĽber 80 Apfelsorten.

  12. Im Herbst 2001 erstellte die Klasse 4d nach der Apfelernte und dem jährlichen Kuchenbacken ein Apfelkochbuch mit Rezepten rund um den Apfel.

  13. Zweimal wurde ein Schnittkurs durchgeführt. Einmal mit der Kreisbeauftragten für Gartenbau Frau Simm und einmal mit Vertretern des hiesigen Gartenbauvereins. Gerade die Zusammenarbeit zwischen dem ortsansässigen Verein und der Schule erwies sich als sehr produktiv. Unter Anleitung wurden auch die Stricke der Haltepflöcke durch die 10jährigen Schüler erneuert.

Vom Anpflanzen einer Streuobstwiese bis zum Apfelsaft

Die Bäume
werden gepflanzt...
... und später geschnitten
Die leckeren Ă„pfel werden geerntet
Jetzt wird Apfelsaft gemacht
Gleich ist der Saft fertig
Wettelsheimer Apfelsaft schmeckt einfach lecker!