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Thermenstadt im Naturpark Altmühltal

 

Jedes Mal, wenn wir ein Kind etwas

lehren, halten wir es davon ab,

es selbst zu entdecken.

Was wir selbst erforschen lassen,

wird ihm einsichtig bleiben…

sein Leben lang.“

                                                         Jean Piaget

Unsere Lernwerkstatt, eine anregende Lernumgebung für selbstgesteuertes Lernen

Nachdem sich die Grundschule Treuchtlingen im Bereich der Umweltbildung und des „praktischen Lernens“ einen Namen gemacht hat und auch entsprechend gewürdigt wurde, ist es auch Teil unseres Schulprofils die Kinder im Hinblick auf die Anforderungen der Zukunft auch im medialen Bereich und im selbstbestimmenden Lernen vorzubereiten. Daneben ist es ebenso wichtig die verschieden Kompetenzen, die sie im Bereich der Umweltbildung, im praktischen Lernen und im normalen Unterricht erfahren durften, wie Sozial-, Selbst-, Methoden- und Medienkompetenz, in anderen Bereichen über neue Wege umzusetzen und anzuwenden.

Die Lernwerkstatt soll als „flexibles Klassenzimmer“ genutzt werden. Dies bedeutet, dass die normale lehrerzentrierte Ausrichtung aufgehoben wird. Über verschiedene Wandsysteme (flexible Tafeln) kann in kleinen Gruppen an diversen kleinen Tafeln gearbeitet werden und Lernergebnisse umgehängt und anderen präsentiert werden. Die Möbel sind ebenfalls flexibel zu Kleingruppen zusammenstellbar und jederzeit veränderbar, so dass vor allem die Arbeit in verschiedenen Sozialformen hier sehr gut möglich ist. Unsere Lernwerkstatt verfügt über 4 PC Arbeitsplätze, damit die Kinder zum einen sich mit neuen Lernprogrammen auseinandersetzen (immer partnerweise) und zum anderen einen Internetzugang haben, damit sie über geeignete Zugänge (Kindersuchmaschine „blinde-Kuh“ oder das Leseportal „Antolin“) sinnvoll Arbeiten im Internet lernen.

Als Ergänzung wurde ein mobiles interaktives Whiteboard („digitale Tafel“) in die Lernwerkstatt integriert. Andere Länder ( wie Großbritannien ) machen es uns vor und haben bereits viele positive Erfahrungen mit interaktiven Tafeln im Unterricht gemacht. Durch deren Einsatz haben sie viele verschiedenste methodisch-didaktische Erfahrungen sammeln können. Schülerinnen und Schüler zeigten sich motivierter und beteiligten sich aktiver. Das Schreiben bestimmter Text- und Bildelemente an der Tafel machte auf einmal Spaß und alle wollten gerne an die Tafel und dort arbeiten.

Der Vorteil liegt also klar auf der Hand. Das interaktive Whiteboard bietet bessere Präsentationsmöglichkeiten von Unterrichtsmaterialien, ein hohes Maß an Lernmotivation und eine Vielzahl von Interaktions-Möglichkeiten für Schüler.

Die Lernwerkstatt soll also eine anregende Lernumgebung für unsere Kinder bieten, in der individuelle Lernwege durch eine Vielzahl von Medien und Lernarrangements ermöglicht werden.

Der didaktische Kern dieses „Klassenzimmers“ ist es diese Lernumgebung als Lesewerkstatt oder als naturwissenschaftliche Experimentierwerkstatt zu nutzen. Einzelne Module (wie Optik- Strom-, Wasser- und Geometriewerkstatt) werden in handlichen Boxen zwischengelagert und bei Bedarf von den Lehrern aufgebaut und in einem zeitlichen Rahmen den Kindern für gesteuertes und selbstentdeckendes Arbeiten zur Verfügung gestellt. Dieser Raum soll deshalb auch dieses Konzept der Lernwerkstatt mit seinen Selbstbildungsprozessen unterstützen und ergänzen. Das pädagogische Motto „mit allen Sinnen begreifen“ kommt hier ebenso zum Tragen, wie die Selbsterfahrung des strukturierten Lernens, durch visualisierte Handlungsanweisung, welche das Lernen in ausführlich aufeinander aufgebauten Handlungsschritten vertieft.

Schüler und Schülerinnen sollen ermuntert werden, möglichst selbst-ständig und im Team zu arbeiten. Die Lehrerinnen und Lehrer über-nehmen hierbei zunehmend die Rolle eines Coach. Wie in einer handwerklichen Werkstatt, so ist auch in einer Lernwerkstatt zu sehen, was dort gearbeitet wird. Visualisierungen von Lernergebnissen helfen, das Gelernte zu festigen. Die Atmosphäre einer Lernwerkstatt, die Lebens- und Arbeitskultur, die ein solcher Raum deutlich macht, die Prozesse, die er allein durch seine Gestaltung und Einrichtung ermöglicht oder verhindert, all das gehört zu dem, was wir unseren Schülern "nebenbei" vermitteln.

Im Rahmen des Methodencurriculums an unserer Schule ist es uns wichtig Schüler an ein selbstreflektierendes Lernen heranzuführen. Am Ende ihrer Arbeit sollen sie gemeinsam oder in einer Feedbackkarte sich Gedanken über die Effektivität ihrer Lernwege machen. Durch eine entsprechende Feedbackkultur im Rahmen der Lernwerkstattarbeit fühlen die Kinder, dass sie in ihrem Lernprozess ernstgenommen werden.

Lernwerkstattarbeit bietet unterschiedliche Ansätze.

Um das Lernen optimal zu entwickeln ist es ebenso wichtig, dass Kinder sich in freier und selbstbestimmender Weise interessengeleitetes Material suchen und selbst bearbeiten, wie im Rahmen einer Impulswerkstatt.

Wir arbeiten im Moment am Aufbau einer Impulswerkstatt „Europa“, da dieses Thema uns als Comenius-Schule von verschieden Seiten aus berührt und wir es vielschichtig von den Kindern entdecken lassen wollen.

Diese vorbereitete Umgebung und die besondere Haltung und Aufgabe der Pädagogen als Lernberater oder Lernmanager erleichtert den Kindern es in einer Lernwerkstatt mit all seinen Formen „das Lernen besser zu lernen“.

Natürlich ist der größte Teil der Themen lehrplanbezogen und in vielen Stationen aufbereitet, die in Pflicht- und Wahlstationen gegliedert sind, um auf der einen Seite eine gemeinsame Wissensbasis zu bieten, und auf der anderen Seite Möglichkeiten der interessengeleiteten Wissenserweiterung zu geben.

Voraussetzungen dafür müssen durch Schule und Lehrer geschaffen werden. Die entsprechenden Themen- und Projektauswahl, die aufeinander aufbauenden Materialien mit eigener Fehlerkontrolle, die Regeln und die Lerndokumentation werden von einer Arbeitsgruppe entwickelt und zusammengestellt. Einzelne Teams arbeiten nun themenorientiert zusammen, um die spezifischen Materialien für die Themen- Lernwerkstatt herzustellen und zu konzipieren. Diese starke und produktive Teamarbeit von Lehrern ist ebenfalls ein wichtiger Baustein der Lernwerkstattarbeit und deshalb auch Teil einer inneren Schulentwicklung.

Inzwischen werden nicht nur in unserer “Lernwerkstatt“ Themen angeboten, sondern von einzelnen Lehrern werden in einem leer stehenden Klassenzimmer weitere Themen, wie Erforschung des Zahlenraumes bis 1000“ angeboten. Auch die Klassen der Außenschulorte nutzen das Angebot und fahren nach Treuchtlingen, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Umgekehrt wird auch in den Außenorten an dem zeitweise Aufbau von themenbezogenen Lernwerkstätten gearbeitet. In Schambach (eine erste und eine zweite Klasse) wurde eine Wiesenwerkstatt aufgebaut, die wiederum die Treuchtlinger ersten und zweiten Klassen nutzten konnten.

In der Planung ist der von den Wettelsheimer Lehrern erbrachte Wunsch auch dort im Schulort Wettelsheim mit seinen 5 Klassen eine Lern-und Lesewerkstatt aufzubauen.

Im Folgenden finden sie eine Übersicht unserer Werkstatt-Themen der vergangenen zwei Jahre:

2012    Sept/Okt  - Forschen und Experimentieren

            Okt         - Zahlenraum bis 10.000

            Nov        - Stromwerkstatt

            Dez        - Weihnachtswerkstatt

2013    Feb/März - Frühlingswerkstatt

            April        - Wasserwerkstatt 1

            Mai         - Wasserwerkstatt 2

           Juni         - Kreatives Schreiben

           Juli          - Kunstwerkstatt Franz Marc

        Sept/Okt    -Igelwerkstatt

          Nov         - Stromwerkstatt

          Dez         - Winterwerkstatt

2014 geplant Europawerkstatt, Geowerkstatt und Leonardo da Vinci - Werkstatt