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Comenius-Projekte
Europäisches Bildungsprojekt der Grundschule Treuchtlingen mit Schulen in Rumänien und der Türkei

Die Europäische Union wächst, am 1. Januar 2007 kommen neue Staaten hinzu. Die Vereinigung Europas schreitet voran, zumindest auf dem Papier. Ziel der EU und aller verantwortlichen Politiker ist es, dass diese Einheit auch in den Herzen der Menschen entsteht. Deshalb werden zahlreiche Maßnahmen ins Leben gerufen und finanziert, die zu einer solchen inneren Vereinigung beitragen können. Unter dem Namen des griechischen Philosophen Sokrates wurden zahlreiche europäische Bildungsprogramme auf den Weg gebracht. Eines davon ist das nach einem berühmten Pädagogen benannte Comenius-Projekt, in dem es um Partnerschaften und Begegnungen europäischer Schulen geht. Mindestens drei Schulen aus drei verschiedenen europäischen Ländern müssen sich zusammenfinden, um drei Jahre lang ein gemeinsam ausgewähltes Thema zu bearbeiten.

Auf Partnersuche

Schon vor Jahren hatte das Lehrerkollegium der Grundschule Treuchtlingen beschlossen, sich an einem Comenius-Projekt zu beteiligen, denn der europäische Gedanke ist ein wichtiges Element in ihrem Schulprogramm. Erster Partner sollte die Schule von Treuchtlingens Partnerstadt Ponsacco (Toskana) sein, denn man stellte sich vor, auf diesem Weg den Gedanken der Städtepartnerschaft schon den Kinder nahe zu bringen und so für die Zukunft zu sichern. Einige Lehrkräfte in Ponsacco waren begeistert von dem Gedanken, doch die damalige Schulleitung wollte kein neues Projekt mehr starten. Über den Pädagogischen Austauschdienst, der zur Kultusministerkonferenz der Länder gehört, wurden die Adressen von vielen europäischen Schulen angeboten, die Interesse an eine Schulpartnerschaft signalisierten. In der Grundschule Treuchtlingen wurde ein Comenius-Team gebildet, das die vorhandenen Angebote nach Altersgruppen und Themenwünschen sichtete – und bald waren einige Schulen gefunden, mit denen man sich eine Zusammenarbeit zum Wohl der Schüler vorstellen konnte. Über Internet und Telefon wurde Kontakt aufgenommen, damit die Zielsetzungen noch klarer abgesteckt werden konnten. Im Herbst 2005 war es dann so weit, dass bei mehreren Schulen eine echte Bereitschaft zur dreijährigen Zusammenarbeit bestand. Man beantragte deshalb bei der EU die Genehmigung eines Vorbereitungstreffens, auf dem alle Einzelheiten abgesprochen werden sollten.

Vorbereitung eines Projektes

Dieses Vorbereitungstreffen fand im Januar 2006 in der rumänischen Stadt Deva statt. Die dortige „Scuola Andrei Saguna“ hatte schon Erfahrung mit Comenius-Projekten und wurde deshalb zum Gastgeber. Aus der Grundschule Treuchtlingen fuhren die Lehrkräfte Marion Kremer und Sonja Strunz nach Deva. Bei ihrer Rückkehr konnten sie berichten, dass man viel gearbeitet hatte, um ein gemeinsames Projekt zu planen. Partner der Grundschule Treuchtlingen sollten die Schule Andrei Saguna in Deva und eine türkische Schule in Aksaray (Kappadokien) sowie eine Schule in Polen sein. Eine Schule auf der spanischen Insel Ibiza war kurzfristig wieder abgesprungen. Die Schule in Ponsacco sollte an dem Projekt teilhaben können und möglicherweise mit Verspätung aufgenommen werden. Man einigte sich auf das Thema: „nature – our friend“; ein Thema, das für die Grundschule Treuchtlingen optimal in das Schulprofil passt. Die Treuchtlinger Grundschule wurde deshalb als federführende Schule ausgewählt; Marion Kremer wurde zur Projektleiterin bestimmt; die Projektsprache sollte Englisch sein, denn mit dieser Sprache konnten sich alle beteiligten Schulen verständigen. Termingerecht zum 1. Februar 2006 konnte von allen Schulen der gleiche Antrag bei der jeweils im eigenen Land zuständigen Organisation eingereicht werden. Er war immerhin ca. 45 Seiten lang und enthielt bereits viele konkrete Vorstellungen – so z.B. das Endprodukt des ersten Jahres, ein von den Kindern in den verschiedenen Schulen gebasteltes Memory-Spiel mit Pflanzen und Tieren der Heimat, denen jeweils der richtige Namen in vier bzw. fünf Sprachen zugeordnet werden muss sowie verschiedene andere Aktionen, die zeitgleich in den Partnerschulen durchgeführt werden sollen.

Projektbeginn

Nun mussten die Schulen bis zum Ende des Schuljahres 2005/06 warten, ob das beantragte Projekt auch genehmigt wird und damit die Finanzierung sichergestellt ist. Am 31. Juli war es so weit. Von der EU kam die Zustimmung zu dem Projekt der Schulen aus Aksaray, Deva und Treuchtlingen. Die Teilnahme der polnischen Schule wurde nicht genehmigt, weil diese gleichzeitig an einem anderen Projekt beteiligt ist. Projektstart war offiziell am 1. August 2006, doch der tatsächliche Auftakt fiel mit dem Schuljahresbeginn 2006/07 zusammen. Marion Kremer stellte das Programm in der Lehrerkonferenz vor und viele Lehrkräfte erklärten sich spontan bereit, sich mit ihren Klassen im Rahmen des Unterrichts, der ja viele Themen aus dem Bereich Natur enthält, und auch darüber hinaus zu beteiligen. Schließlich war den Lehrkräften bewusst, dass auf dem Weg nach Europa gerade die Kinder mitgenommen werden müssen, denn diese bestimmen den Weg in der Zukunft. Gegenseitig voneinander zu lernen und dabei die Bedeutung der Kenntnis fremder Sprachen hautnah zu erfahren gehört schließlich zu den wichtigsten Bildungszielen unserer Zeit. Deshalb standen zahlreiche unterrichtliche Aktivitäten in den ersten Wochen des neuen Schuljahres auch unter dem Aspekt, die Ergebnisse den Kindern in den europäischen Partnerschulen mitzuteilen und so die Arbeit am gemeinsamen Projekt voran zu bringen.

Partnerschaftstreffen

Zu den Maßnahmen im Rahmen des Comenius-Programms gehören auch regelmäßige Partnerschaftstreffen der beteiligten Schulen, in denen man Erfahrungen austauscht, entstandene Probleme gemeinsam bespricht und löst und weitere Planungen für die Zukunft tätigt.